Was bedeutet Hosting im Rechenzentrum?
Beim Hosting laufen Ihre Server und Anwendungen nicht mehr im eigenen Büro, sondern in einem professionellen Rechenzentrum. Dort sind Stromversorgung, Kühlung, Zutrittsschutz und Internetanbindung auf einen dauerhaften, sicheren Betrieb ausgelegt. Sie arbeiten wie gewohnt.
Eigene Server, Hosting oder Cloud?
- Eigene Server im Büro: volle Kontrolle, aber auch volle Verantwortung für Strom, Kühlung, Sicherung und Ersatz.
- Hosting im Rechenzentrum: Ihre Systeme laufen in einer professionellen Umgebung, betreut von einem Partner, den Sie kennen.
- Public Cloud: flexible Dienste grosser Anbieter. Wo die Daten liegen, hängt von der gewählten Region und dem Vertrag ab.
Oft ist eine Kombination sinnvoll, zum Beispiel ERP und Dateiablage im Schweizer Rechenzentrum und Microsoft 365 für E-Mail und Zusammenarbeit.
Wann lohnt sich der Wechsel?
- Eigene Server sind veraltet oder stehen ungeschützt im Büro.
- Backups laufen unregelmässig oder werden nie getestet.
- Ein Ausfall würde den Betrieb lahmlegen.
- Für Wartung und Updates fehlen Zeit oder Know-how.
- Ihre Daten sollen in der Schweiz bleiben.
Warum ein Datenstandort in der Schweiz?
Liegen die Daten in der Schweiz, gelten für Speicherung und Betrieb Schweizer Recht und das Schweizer Datenschutzgesetz. Manche Kunden, Branchen oder Verträge verlangen das ausdrücklich. Dazu kommen kurze Wege: Ansprechpartner, Sprache und Zeitzone sind dieselben.
Was bedeuten Tier III und Tier IV?
Tier III bedeutet, dass die Infrastruktur so aufgebaut ist, dass Komponenten gewartet werden können, ohne den IT-Betrieb abzuschalten. Tier IV ergänzt Schutz bei einzelnen technischen Ausfällen. Der hub Biel unseres Rechenzentrumspartners Netrics ist laut Netrics nach Tier III gebaut, Teilbereiche nach Tier IV. Die Bauangabe stammt aus 2018 und ist kein aktueller Zertifizierungsnachweis.
Ersetzt Georedundanz ein Backup?
Nein. Bei Georedundanz werden Daten oder Systeme an geografisch getrennten Standorten vorgehalten. Fällt ein Standort aus, kann der andere je nach Lösung übernehmen. Ein Backup ersetzt das nicht. Umschaltzeit und möglicher Datenverlust werden für jede Lösung vereinbart.
Was bedeuten RPO und RTO?
Zwei Kennzahlen helfen, Ausfallsicherheit konkret zu vereinbaren. Der RPO (Recovery Point Objective) legt fest, wie viel Datenverlust höchstens tragbar ist, zum Beispiel die Arbeit der letzten Stunde. Der RTO (Recovery Time Objective) legt fest, wie schnell ein System wieder laufen muss. Je kürzer beide Werte, desto aufwendiger die Lösung. Sinnvoll ist es, sie pro Anwendung festzulegen.
Wie viele Backups braucht es?
Bewährt hat sich die 3-2-1-Regel: drei Kopien der Daten, auf zwei unterschiedlichen Speichern, davon eine an einem anderen Ort. Wichtig ist eine Kopie, die vor dem Zugriff aus dem laufenden Netzwerk geschützt ist, denn Ransomware verschlüsselt auch erreichbare Sicherungen. Wie oft gesichert wird und wie lange Sicherungen aufbewahrt werden, legen Sie mit dem RPO pro Anwendung fest.
Wie arbeiten Hosting und Microsoft 365 zusammen?
Die hybride IT-Infrastruktur, welche moderne Cloud-Dienste von Office 365 beinhaltet, ermöglicht uns von überall und zu jeder Zeit zu arbeiten.
So kombinieren viele KMU die Stärken beider Welten: Geschäftsanwendungen wie das ERP im Schweizer Rechenzentrum, E-Mail und Zusammenarbeit in Microsoft 365, betreut über unsere IT Services.
Und die Sicherheit im Betrieb?
Ein gutes Rechenzentrum schützt die Infrastruktur, aber nicht vor gestohlenen Zugangsdaten oder Phishing. Deshalb gehören klare Zugriffsregeln, Updates und eine Überwachung verdächtiger Aktivitäten dazu. Ein Security Operations Center ergänzt Firewall, Geräteschutz und Backups. Mehr dazu auf der Seite Security.
Checkliste für die Wahl eines Hosting-Partners
- Standort und Betreiber des Rechenzentrums sind bekannt.
- Die Informationssicherheit ist nachweisbar, zum Beispiel mit ISO 27001.
- Es gibt ein Backup-Konzept, und die Wiederherstellung wird getestet.
- Verfügbarkeit, Reaktionszeiten und Supportzeiten sind schriftlich vereinbart.
- Es ist geregelt, wie Sie Ihre Daten bei einem Wechsel zurückerhalten.
- Sie haben einen persönlichen Ansprechpartner.
Wie läuft der Wechsel ins Rechenzentrum ab?
- Verstehen: Systeme, Daten und Anforderungen gemeinsam aufnehmen.
- Planen: Standorte, Zugänge, Sicherung und Wiederanlauf festlegen.
- Wechseln: den Umzug vorbereiten und das passende Zeitfenster abstimmen.
- Prüfen: Zugriffe, Anwendungen und Wiederherstellung testen.
- Begleiten: Betrieb und Weiterentwicklung nach den vereinbarten Leistungen betreuen.
